Kunstseiten von Pfarrer Franz Trinkfaß

 

Wege des Glaubens:
Es gibt so viele Wege zu Gott, wie es Menschen gibt,
weil Gott mit jedem einen einmaligen Weg geht.

Bilder von Pfarrer Franz Trinkfaß

 

Abraham, Vater des Glaubens:

Abraham hatte sein Land verlassen
Er folgte der Verheissung in ein unbekanntes von Gott gelobtes Land

Wien 1999, jetzt in Peuerbach

Glaube als Aufbruch

Das verheissene und gelobte Land

Wirklicher Glaube ist immer ein Weg, ein Aufbruch.
Abraham lebte wohlhabend und gesichert in seinem Land.
Mit dem Ruf Gottes war er gefragt, seine bisherigen Sicherheiten aufzugeben.
Er sollte sich auf ein Abenteuer einlassen: Aufbrechen, ohne zu wissen, wohin es geht.
Allein das Vertrauen in Gott, dass er nur Gutes für ihn wolle, das genügte ihm.
So ist er zum Vater des Glaubens geworden.

Ein Glaube ohne Veränderung ist leer

Jeder Glaube, der meint, es könne immer alles beim Alten bleiben, stirbt ab.
Gott lädt den Menschen immer auf einen Weg ein.
Der lebendige Glaube fordert die menschliche Persönlichkeit zur Reifung heraus.
Glaubenden bleibt das Dunkel nciht erspart.
Ihr Leben ist äußerlich nicht glücklicher als das der Nichtglaubenden.
Glaubenden werden oft viele Herausforderungen vom Schicksal zugemutet,
sie werden auch darunter leiden müssen,
aber nciht endgültig daran zerbrichen!
Der Weg des/der Glaubenden ist sicher nicht einfacher,
bestimmt aber um vieles reicher und intensiver.

Glaube und Geborgenheit

Bei Gott bin ich geborgen, bin still wie ein Kind
Warum sich der Glaube nie messen lässt

Sandl 2003, jetzt in Peuerbach

 

Geborgenheit in Gott

Geborgenheitsentwicklung des Menschen

Der Anfang aller menschlcihen Geborgenheit ist leiblich erfahren im Schoß der Mutter.
Mit der Geburt beginnt diese Geborgenheit zu reifen, indem sie ein seelisches Empfinden wird.
Auch ohne direkte Gegenwart weiß das Kind um die Liebe der Mutter.
Wo dies genügend erfahren wird, wächst Geborgenheit in sich selbst - Selbstvertrauen.
Immer mehr entwickelt sich dieses Gefühl, ohne unmittelbar leiblich, irdisch bestätigt zu werden.
In Liebe und Partnerschaft der Erwachsenen wird die Entwicklung noch einmal durchlaufen:
Zunächst ist es ein überwältigendes Gefühl: Liebende wollen sich nicht gerne trennen.
Wieder wird es zu einer Geborgenheit, die auch getrennte Wege zulässt,
eine reife Liebe braucht immer weniger Beweise und Bestätigung, man spürt sie.
In diesem Raum von Geborgenheit, kann der Mensch sich öffnen für Gott:
Gott, den er nie leiblich erfährt, kann zur seelischen Erfahrung werden.
Es gehört zur höheren Entwicklung und Reife, die Menschen möglich ist,
mit dem Unsichtbaren und dennoch Anwesenden eins zu sein.

Unser Glaube: Verbundenheit lässt sich nicht messen

Müsste jemand die Verbundenheit von Menschen messen, es wäre nicht möglich.
Nur Abhängigkeiten sind
dem menschlichen Erkennen offensichtlich.
Mit welcher Tiefe aber Menschen einander berühren, das lässt sich nur vage beschreiben
und dort muss man zweifeln, ob das Gesagte so verstanden wird, wie man es empfindet.
Ein Mensch, der nie Geborgenheit erfahren hat,
dem wird sie zum eigenen Schutz meistens auch nicht fehlen.
Eher lächerlich wird er das ihn unbegreifliche Spiel zwischen Liebenden kommentieren
und dabei abwerten, was er gar nicht kennt.
Ähnlich müssen wir es uns mit dem Glauben vorstellen:
Wer nie geglaubt hat, weiß nciht, was ihm/ihr fehlt.
Wie Geborgenheitsunerfahrene witzeln daher oft Ungläubige über Glaubende.

Die Ahnung in der Besinnung:
Menschliches Leben lädt zum tieferen Nachdenken ein:
Anfänge des Glaubens über die Fragen des Lebens

Maria Ebene 2004, im Privatbesitz seit 2005

Die Ahnung in der Besinnung:
Menschliches Leben lädt zum tieferen Nachdenken ein

Das Leben wirft viele Fragen auf, die Menschen nachdenklich machen:
Es sind diese 3 großen Fragen:

  • Woher komme ich?
  • Wer bin ich?
  • Wohin gehe ich?

Gerade offen gebliebene Fragen führen zu Gott!

Es fällt meistens schwer, wirklich alle Fragen ausreichend zu beantworten.
Man findet Antworten und verwirft sie wieder. Jeder Mensch ist irgendwie der Philosph seines Lebens.
Wenn jemand auch sagt: Denke nicht zuviel nach - zerstreue dich!
Auch dann ist es Philosphie, weil dieser Grundgedanke sein Leben leitet.
Doch nicht immer tragen solche Gedanken durch das gesamte Leben.
Alle Zerstreuung ist vergänglich, Menschen leiden, sterben und scheitern,
manche mit einem Anteil von Schuld, andere aus reinem Schicksal. Warum?

Gerade die offen gebliebenen Fragen führen oft ganz tief zu Gott!
Denn nur scheinbar ist alles Wissen um Gott!
In Wirklichkeit gibt es nur die berechtigte Ahnung aus einer inneren Gewissheit.
Das aber ist bereits der Weg des Glaubens

Hilfe in der Not
Gott hat zu keiner Zeit alle Not der Menschen beseitigt.
Gott hat aber den Glaubenden in keiner Not verlassen!

Maria Ebene 2004, im Besprechungszimmer vom Pfarrhof Gmunden Ort

Hilfe in der Not
Gott hat zu keiner Zeit alle Not der Menschen beseitigt.

Not lehrt beten, das stimmt teilweise, weil in Not Menschen bei Gott Hilfe suchen.
Gott braucht aber keine pädagogischen Druckmittel, um uns Glauben zu lehren,
weil er Liebe sucht und nicht Abhängigkeit aus Angst vor Strafe.

Viele Menschen sind aus erhaltener Hilfe auf dem Weg ihres Glaubens vorangeschritten.
Viele tun sich schwer, den Weg des Glaubens zu gehen, weil Gott nicht alle Not beseitigt, wie man wünschen würde.

Gott hat aber den Glaubenden in keiner Not verlassen!

Gott schweigt in den großen Situationen des Leidens der Menschen.
Wenn Gott dazu schweigt, wird es wohl seine Gründe geben, dass es gut so ist.
Warum sind dann aber wir Menschen so rasch mit erklärenden Worten zur Stelle,
mit denen wir Gottes Handeln und Nichthandeln im Leid der Menschen erklären wollen?
Wir können Menschen nciht verbieten, darüber zu reden.
Wir sollen uns aber wenig darüber aufregen, weil sie meist nur etwas über sich selber sagen.

Nur eines ist bei allem gewiss:
Gott verlässt den Glaubenden nicht in seiner Not!

Gott, im menschlichen Sehnen:

Meine Seele dürstet nach dir mein Gott!
Wann darf ich kommen und dein Antlitz schauen?

Maria Ebene 2004, in Privatbesitz

Gott, im menschlichen Sehnen:

Meine Seele dürstet nach dir mein Gott!
Menschli
che Sehnsucht und Liebe

Wenn ein Mensch sich nach der Nähe des anderen sehnt, dann ist das der Beginn von Liebe.
Gott hat diese Kraft in uns gelegt, damit sie uns dorthin leitet, wo das Herz Erfüllung findet.
Sehnen ist aber mehr als Begehren: Begehren ist der Wunsch des Leibes, Sehnen der der Seele.

Die Sehnsucht als unmittelbarer Weg zu Gott

Ein Mensch, der Sehnsucht nach Gott in sich verspürt, ist dem Unnahbaren bereits nahe.
Jede Sehnsucht erzeugt ein sanftes Leiden, weil die erwünschte Gemeinschaft noch nicht vollendet ist.
Die Sehnsucht nach Gott ist jedoch der biblisch aufgezeigt Weg, sich dem Ewigen zu nahmen.
Wer sich nach Gott sehnt, kann sich gewiss sein, Er/sie wird erhalten, was sie erstrebt.
Gott lässt sich finden, er sendet seinen Geist denen, die ihn lieben.

Wer sich nach Gott sehnt, ist bereits ein/e Liebender/e,
weil er/sie das Wesen der Verborgenheit Gottes akzeptiert hat;
weil er/sie seine Nähe sucht, ohne Beweise zu haben, dass diese kostbar ist.
Liebe ist nur dort vollkommen Liebe, wo man sich nach jemandem sehnt,
ganz um seiner selbst willen und nicht auf Grund der besonderen Vorzüge.


Gott im menschlichen Leibe
Spiritualität der christlichen Ehe und der Sexualität

Maria Ebene 2004, jetzt in Priavtbesitz

Dein Leib ist Gottes Tempel
Spiritualität der christlichen Ehe und der Sexualität

Ganz sicher gab und gibt es in der christlichen Spiritualität verzerrte Einstellungen zum Leib.
Zu oft wurde er als Bedrohung des Geistes bewertet und
alle Sexualität als Folge des Sündenfalls missinterpretiert.

Es ist aber eines mit Staunen zu betrachten:
Im Sakrament können wir Gott selbst im heiligen Zeichen begegnen.
Im Wasser der Taufe, In Brot und Wein der Eucharistie, usw.
Das kostbarste Zeichen aber wird bei der Ehe eingesetzt: Der Mensch selbst!
Das Brautpaar spendet einander dieses Sakrament,
als Mann und Frau sich gegenseitig,
in Leib und Seele als eine Einheit.

Die menschliche Liebe in der gegenseitigen Hingabe aus tiefster Seele,
im tiefst möglichen körperlichen Ausdruck der sexuellen Vereinigung,
beides ist ja wesensbestimmendes Merkmal der katholischen Ehe,
wird selbst zur Leibe des dreifaltigen Gottes!

Welch befreiende, aber vielfach unentdeckte Sichtweise!

Vom Tode bedroht

Die Schatten in menschlichen Glaubenserfaungen

Maria Ebene 2004, in Privatbesitz seit 2006

Wenn Religion Menschen zerstört

Das Dilemma der unerlösten Religionsität

Wenn ein Handwerker sein Handwerknicht richtig versteht, ist es früh zu erkennen.
Er wird bald keine Aufträge mehr haben.
Religiöse Menschen müssen aber auf ihre inneren Wahrnehmungen vertrauen:
Diese sind nicht so leicht zu überprüfen
und schnell schleicht sich eine zerstörerische Note in sie hinein.
Glaube ist immer auch ein System, das ganz intensiv im eigenen Denken verankert ist.
Glaube verändert das Denken im Normalfall auf Hoffnung und Vertrauen hin.
Wird aber eine unerlöste Reiligiosität nicht erkannt, dann gestaltet sie das Denken um.
Menschen bringen dann im Namen des Lebens den Tod.

Es ist nicht, wie oft auch unterstellt, die Religion an sich, die krank macht,
aber Religion lässt sich genauso pervertieren, wie das Gut der Sexualität.
Wie nicht die sexuelle Leidenschaft grundsätzlich Zerstörung bringt,
so wäre es auch unseriös, es der Religion zu unterstellen.

Der unvollkommene Mensch

Größe und Schwäche des Propheten Elija:
Der Prophet wünscht sich in der Wüste den Tod

Michaelnbach 2003, in Privatbesitz

Der unvollkommene Mensch

Größe und Schwäche des Propheten Elija:

Der Prophet Elija im Alten Bund hatte im Auftrag Gottes große Wunder getan.
Er hatte mit Gottes Hilfe Regen über das ausgetrocknete Land kommen lassen.
Er hatte in einem Wettstreit mit den Priestern des Baalskultes den Glauben an Jahwe gerettet.
Er war aber auch unerlsöt und maßlos, als er die unterlegenen Baalspriester töten ließ.
Diese Schwäche rächt sich: Er kann seinen Sieg nicht wirklich erlöst genießen.
Er verfällt in eine tiefe Depression und legt sich unter den Gisnterstrauch, um zu sterben.
Er bittet Gott um den Tod, den ihm der Herr aber nicht schenkt.
Elija wird nur gestärkt und aufgerichtet, um wieder Kraft zu finden für seinen Weg.
Sein Ende geht aber gut aus: Er fährt mit dem Feuerwagen zu Gott in den Himmel hinauf.

Er ist ein Prophet mit Stärken und Schatten.
Durch die Höhen und Niederlagen hindurch aber findet er seinen Weg
und am Ende geht alles gut aus.

Der Prophet wünscht sich in der Wüste den Tod

Die Gefühle des Menschen sind einem Schwanken unterworfen.
Jeder kann plötzlich in einer depressiven Phase aufwachen
oder für Jahre seines Lebens nicht mehr der/die sein, der/die er einmal war.
Die Nacht der Seele hat sich über des Leben gelegt.
Ausgetrocknet sind die sonst fließenden Quellen des Lebens.
Es kommt dieVersuchung der Verzweiflung,
man sehnt sich nach besseren Zeiten,
hat aber keine Aussicht, sie zu finden.
Die Sehnsucht geht vorwärts und rückwärts zugleich:
Man ist in der Wüste und wünscht sich den Tod!

Die Versuchung des depressiven Glaubens

Zurecht besteht für den depressiven Menschen Hoffnung im Glauben.
Doch Gott wird nicht wie eine versorgende Mutter die unerfüllten Wünsche stillen.
Er wird auch nicht seine Hand herabwachsen lassen und den/die Verzweifelten/e tragen.
Es ist auch nciht wirklich der Himmel, den man sich so im Tod ersehnt,
sondern eine Vorstellung von Paradies, das jede Mühe abnimmt
und wie einem Säugling im Mutterbauch alle Bedürfnisse stillt.

Gott nimmt in den wenigsten Fällen wie in einem Wunder den Todesschleier vom Leben weg.
Auch die Sakramente der Beichte und Eucharistie sind nicht wie ein "Antidepressivum" Gottes.
Sie sind aber sehr wohl heilende Mittel, sich dem eigenen Dunkel zu stellen:
In der Schuld schenken sie Vergebung und Erlösung, die mehr ist als eine Ausreden von Schuldgefühlen.
In der Eucharistie geben sie Nahrung, sich der düsteren Stimmung zu stellen
und sie mit Gottes Hilfe zu beheben, wo es möglich ist,
und sie gegebenenfalls zu ertragen, wo nichts anderes übrig bleibt.

Eines aber darf gewiss sein:
Depressive können hoffen, sie leben von der Sehnsucht nach dem Paradies.
Wann man dafür aber reif ist, das weiß allein Gott.
Kein Geschenk kann man sich erzwingen,
bevor es einem nicht aus Liebe gegeben wird.

Gottesmord - immer wieder:

Die Tragik, wenn jene, die Gott dienen wollen ihn töten:

Michaelnbach 2003, in Privatbesitz

Gottesmord - immer wieder:

Die Tragik, wenn jene, die Gott dienen wollen ihn töten

Es gibt unzählige dunkle Zeiten in der Geschichte des Christentums.
Es war äusserst überheblich, in den Juden "Gottesmörder" zu sehen und sie im Namen Gottes zu verfolgen.
Man hatte vermutlich Christus unzählige Male von Neuem gekreuzigt,
wenn Menschen im Namen des Kreuzes gemordert und geschlachtet wurden.

Aber auch wir in unserer gegenwärtigen Zeit dürfen uns nicht selbstherrlich über die Geschichte erheben.
Vermutlich ist keiner davon frei, im Reden und Tun Gott einen Dienst erweisen zu meinen;
in Wirklichkeit aber dabei Gottes Weg mit den Menschen zu untergraben.

Trauern, beten und prophetisch dagegen das Wort ergreifen

Wir können vieles Unheil aus der Geschite nicht mehr verändern oder rückgägnig machen.
Allein Trauer und Wachsamkeit sind Reaktionen, die wir darauf setzen können:
Vermutlich beten wir viel zu selten: Herr, lehre uns, deinen Willen zu tun!
oder: Herr, bewahre uns davor, dass wir uns selbst zum Maß aller Dinge machen!

Es ist alles eindeutig und glasklar, wenn wir im Abstand, die Vergangenheit beurteilen.
Es sit aber eine seltene Kunst, in der Gegenwart zu erkennen, wenn prophetische Worte gefordert sind.

Szenen aus dem 30-jährigen Krieg

Hinter der Fahne der Irrlichter der Ideologie

Immer wieder läuft eine ganze Menge begeistert hinter einer "Fahne" her, die mit Zielen beschrieben ist, welche sie fanatisch verfolgen, die aber eine "Leuchte" ins Verderben bedeutet. In der Prozession folgen sie dem Fahnenträger, ohne Nachdenken gehen sie mit der Prozession, die von einem Knochengerüst angeführt wird - dem Tod. Entschlossenen Schrittes gehen sie auf die Flammen zu. Vor nichts machen sie von ihrer Idee besessen Halt. Der Priester mit dem Allerheiligsten ist zu Boden getreten, Gott selbst wird im Hl. Sakrament in den Staub getreten. Die Kirche brennt und verbrennt. Der Zertretene aber ist umfangen von Gottes Wissen um alles. Aus dem Staub dringt sein Schrei in die Höhe, über der Michael, der Erzengel mit dem Feuerschwert schwebt: "Wer ist wie Gott?" heißt seine Botschaft.

Besessen von einer gut gemeinten Idee

Menschen können von einer Idee so besessen sein, dass es nichts anderes mehr gibt, als diese verwirklicht zu sehen. Sie werden blind und erkennen nicht einmal, dass sie das Heiligste, sich selbst dabei der Zerstörung opfern, ohne dabei etwas zu erreichen. Viele werden mit in den Tod gerissen. Das Tragische am Ganzen ist, dass sie meinen, einen "guten Kampf" zu kämpfen. Heiliger Krieg wird es von Selbstmordattentätern genannt. Doch diesen "heiligen Krieg" findet man nicht allein bei den fernen islamischen Fundamentalisten, sondern oft im eigenen Ort, in der eigenen Seele. Was sich in den Medienberichten so offensichtlich darstellt, ist eine überzeichnete Beschreibung eines Vorganges, der in mehr oder weniger intensiver Ausprägung ein Muster menschlicher Seelen darstellt. Es macht nicht einmal Sinn, einen solchen Mechanismus, beim anderen nur zu entdecken, umso weniger, ihn zu bekämpfen. Damit wird man als Mitspieler "freiwilliges Opfer". Der einzige Kampf dagegen, der zum Sieg führt, liegt in der Wachsamkeit in der eigenen Seele solchen Mustern gegenüber. Besessenheit kann nur bei sich selber ausgetrieben werden.

Karfeitage des Glaubensweges

Ende aller Erklärbarkeit - Unfassbares in unserem Glauben

Michaelnbach 2003 , in Privatbesitz

Karfreitage des Glaubensweges

Ende aller Erklärbarkeit - Unfassbares in unserem Glauben

Es wurde in der Geschichte der Theologie und der Spiritualität schon sehr vieles über das Leid gesprochen.
Am Ende bleiben aber alle Worte in dieser Absicht hilflos und unbeholfen.
Wir werden uns viele Fragen für jene Zeit aufheben müssen,
wo wir Gott von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen und ihn selber fragen können.

Versuche, das Leid zu denken:

Kontrovers sind die Anworten, welche Theologen/innen zum Leid gegeben haben:
Es ist tröstlich, wenn Gott mit jedem Leidenden mitleidet.
Aber wird es besser, wenn beide leiden?

Es wird oft gesagt, dass Leiden Folge der Sündengeschichte der Menschen als Kollektiv sind.
Aber ist es nicht unbarmherzig, wenn Gott uns etwas tragen lässt, von dem wir nicht wissen warum und wozu?
Es gibt Erklärungen, aber keine wirkliche Klärung!

Das Leid war der Preis der Erlösung der Menschen für das Leben bei Gott:
Was ist das für ein Gott, der zur Aufhebung der Strafe so einen grausamen Preis verlangt?
Ist seine Kränkung so groß gewesen, dass er sie nicht anders aufzuheben wusste?
Oder ist er so machtlos, dass ein anderer diesen Preis verlangen konnte?
Alle diese Antworten bleiben rein menschliche Versuche!

Das Leiden Christi am Kreuz war eine rein menschliche Panne.
Es war nicht Gottes Absicht, seinen Sohn leiden zu lassen.
Erst nachträglich haben die Jünger diese Erklärungen verwendet, um das Scheitern Jesu zu verkraften.
Auch dieses ist nur ein Erklärungsversuch, nämlich jener der Gegenwart.
Kann er wirklich alle Fragen lösen? - Vermutlich nicht.

Jesus gibt selbst keine Erklärung:

Vermutlich bleibt uns als Antwort nur diejenige,
dass Jesus selber keine Erklärung abgegeben hatte.
Er ist schlicht diesen Weg gegangen, hat das Leid auf sich genommen,
aber dennoch Zeit seines Lebens so viel Leid wie möglich behoben.


Impressum:

Pfarrer Dipl.Soz.Päd. Mag. Franz Trinkfaß, röm.kath. Pfarrer in Gmunden Ort, A-4810 Gmunden,
Miller von Aichholz-Str. 25, Tel.: 07612/64271; E-Mail: franz.trinkfass@dioezese-linz.at