Etwas
ausdrücken können - Wege der abstrakten Kunst:
Kunst
war immer die Fähigkeit etwas ausdrücken zu können,
was nicht allen gelingt. So lag die künstlerische Fähigkeit
sehr lange darin, etwas auf einer Leinwand oder in Stein abbilden
zu können, das möglichst echt aussieht. In der Zeit der
Fotografie und Wiedergabe ganzer Ereignisse in Filmen, lässt
sich viel schneller und genauer etwas abbilden, wenn man es fotografiert
oder filmt, als es zu malen oder in einer Skulptur zu formen. Wird
sind gerade überflutet von Bildern und Filmszenen. Etwas abzubilden
kann heute mittels Technik im Prinzip jeder. Anders verhält
es sich da schon, wenn man Stimmungen, Gedanken oder Themen in ein
Foto einfangen will. Dann handelt es sich bereits um künstlerische
Fotografie. Die intensivsten Gefühle und Seelenzustände
wie Liebe, Trauer, Tod oder Auferstehung sind aber überhaupt
nicht in ein direktes Bild zu bringen. Daher hat sich die moderne
Kunst davon gelöst, Dinge real abzubilden, sondern versucht
in Farben und Formen das auszudrücken, was sich nicht in Worte
fassen lässt und auch nicht unmittelbar fotografieren. Die
abstrakte Kunst ist somit auch offen, dass unterschiedliche Betrachter
Unterschideliches bzw. Ähnliches, aber doch Abweichendes aus
einem Werk herauslesen. Die moderne Kunst rechnet voll mit dem subjektiven
Element. Der Betrachter hat die Möglichkeit, in einem Werk
das zu sehen, was er/sie gerade sehen möchte. Damit kommt sie
unserer pluralen und nicht mehr einheitlichen Welt entgegen. Der
Mensch schafft sich seine eigene Deutung, wie er sich im Leben auch
einmal zunächst alles nach seiner eigenen Vorstellung deutet.
Es fehlt irgendwo an den "objektiven Kriterien".
Kunst
ist das, was jemanden anspricht:
Ich
kann einerseits aus meiner Erfahrung reden, dass ich in Bildern
oder Formen sehr viel ausdrücken kann, was mir eher intuitiv
und nichtsprachlich zugänglich ist. Das wäre die eine
Seite, warum ich bei meinen Objekten von Kunst rede. Doch andererseits
geht es auch um die Rezipienten. Es ist vielleicht etwas hart formuliert,
wenn man sagt, Kunst ist das, was einen Markt findet. Doch es spiegelt
durchaus etwas von unserer Gesellschaft wider. Ich würde vorschlagen,
dass man sagt, Kunst ist das, was anspricht. Ich habe immer wieder
Menschen gefunden, die sich von meinen Bildern angesprochen fühlten,
sie hatten sich gefreut, wenn ich ihnen etwas zum Geschenk gemacht
hatte. Dies ist zwar etwas anders, als wenn jemand seine Bidler
verkauft, doch irgendwie kann ich doch sagen, dass ich einen "Absatz"
gefunden habe, wenn ich von den meisten Werken nur mehr Fotos besitze,
die ich hier einmal ordnen und vielleicht auch präsentieren
kann. Denn immer wieder werde ich gefragt, ob man meine Bilder auch
irgendwo sehen kann. Nun, ich habe die meisten gar nicht mehr. Es
sind nur mehr wenige, die ich mir z.B. für das Besprechungszimmer
oder bestimmte Plätze im Pfarrhof Gmunden Ort zurückbehalten
habe. Natürlich gibt es auch noch ein paar "Ladenhüter",
die eingelagert sind. So könnte ich sagen, dass auch meine
Werke ansprechen, was mich persönlich sehr freut. Manchmal
konnten Betrachter/innen sogar die darinliegenden Gedanken und Seelenzustände
spüren und herauslesen. Das ist dann der Höhepunkt von
"Ansprechen" der Bilder. Jedenfalls wage ich mich irgendwie
in die Reihe der modernen Künstler einzureihen, ohne mich dabei
als "besonders" zu fühlen, weil ja jede Gabe von
Gott selbst kommt. Mit manchen Bildern konnte auch schon ein spiritueller
Wert vermittelt werden. Es macht mir einfach Freude und tut der
Seele gut, künstlerisch tätig zu sein.
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